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Frühere Studien zu sozialen Beziehungen haben sowohl quantitative und objektive Aspekte als auch psychologische und subjektive Aspekte gemeinsam berücksichtigt. Die objektive Dimension sozialer Beziehungen wird häufig anhand von Faktoren wie der Größe des sozialen Netzwerks, der Häufigkeit sozialer Kontakte oder der Wohnsituation bewertet, um beispielsweise den Grad sozialer Isolation zu bestimmen. Im Gegensatz dazu wird die psychologische Dimension durch subjektive Erfahrungen wie Zugehörigkeitsgefühl, soziale Verbundenheit, wahrgenommene soziale Unterstützung oder Einsamkeit erfasst.
Tomaka, Thompson und Palacios (2006) stellten beispielsweise fest, dass der Zustand sozialer Isolation – etwa durch mangelnde soziale Kontakte oder das Leben allein – viele Gemeinsamkeiten mit dem subjektiven Gefühl der Einsamkeit aufweist. Dennoch besteht ein wesentlicher Unterschied: Während soziale Isolation eine objektive Form der sozialen Trennung beschreibt, spiegelt Einsamkeit einen psychologischen und subjektiven Zustand der Beziehungserfahrung wider.
Auch im Bereich der sozialen Unterstützung zeigt sich diese Unterscheidung. Die Frage, ob eine Person über Menschen verfügt, die im Bedarfsfall Hilfe leisten können, bezieht sich auf eine objektive und quantitative Dimension sozialer Unterstützung. Demgegenüber beschreibt die Wahrnehmung emotionaler Unterstützung durch wichtige Bezugspersonen eine psychologische Dimension sozialer Unterstützung.
Zahlreiche Studien zu sozialen Beziehungen haben gezeigt, dass diese eng mit psychischer Gesundheit, körperlicher Gesundheit und allgemeinem Wohlbefinden verbunden sind. In der Forschung werden soziale Beziehungen daher häufig auf zwei unterschiedliche Arten gemessen: durch objektive, quantitative Indikatoren und durch subjektive, psychologische Bewertungen.
Untersuchungen, die sich auf die objektive Dimension sozialer Beziehungen konzentrieren, analysieren beispielsweise die Anzahl enger Freunde oder Verwandter, den Familienstand, die Mitgliedschaft in religiösen oder freiwilligen Organisationen sowie die Häufigkeit sozialer Kontakte. Allerdings argumentierten Hall und Wellman (1985), dass zwischenmenschliche Bindungen nicht allein durch indirekte Indikatoren wie Organisationszugehörigkeit oder Kontaktfrequenz angemessen bewertet werden können. Aus diesem Grund verlagerte sich der Fokus vieler späterer Studien von der strukturellen Analyse sozialer Netzwerke hin zur Wahrnehmung sozialer Beziehungen, also zu den qualitativen Aspekten sozialer Interaktionen.
Auch Cacioppo und Patrick (2008) betonten, dass objektive Indikatoren sozialer Beziehungen nicht immer mit subjektiven Erfahrungen übereinstimmen. Zwar kann ein großes soziales Netzwerk oder die Mitgliedschaft in verschiedenen Gruppen dazu beitragen, Gefühle sozialer Isolation zu verringern. Wenn eine Person jedoch das Gefühl hat, in ihren Beziehungen keine Unterstützung zu erhalten, kann sie trotz häufiger sozialer Kontakte weiterhin Einsamkeit oder Isolation empfinden.
Sarason, Sarason, Potter und Antoni (1985) unterstrichen ebenfalls die Bedeutung beider Dimensionen sozialer Beziehungen. Sie stellten jedoch fest, dass die wahrgenommene soziale Unterstützung stärker mit dem psychischen Zustand einer Person zusammenhängt als die objektiv gemessene Anzahl sozialer Kontakte.
Mehrere Studien kommen daher zu dem Ergebnis, dass die psychologische und subjektive Dimension sozialer Beziehungen – insbesondere die Qualität von Beziehungen – soziale Erfahrungen besser widerspiegelt als rein quantitative oder objektive Messungen.
Obwohl frühere Untersuchungen gezeigt haben, dass psychologische Erfahrungen innerhalb sozialer Beziehungen die Gesundheit beeinflussen, blieb lange unklar, über welche Mechanismen diese Effekte zustande kommen. Um diese Zusammenhänge besser zu erklären, wurden verschiedene theoretische Modelle entwickelt.
Ein bekanntes Modell ist die sogenannte Pufferhypothese (buffering effect hypothesis) von Cohen (1985). Diese Theorie besagt, dass soziale Unterstützung als vermittelnde Variable wirkt, die die negativen Auswirkungen von Stress abschwächt und dadurch zur Förderung der psychischen Gesundheit beiträgt. Gleichzeitig kann soziale Unterstützung dazu führen, dass Individuen häufiger positive soziale Erfahrungen machen.
Ein weiteres Modell ist das Haupteffektmodell (main effect model). Im Gegensatz zur Pufferhypothese geht dieses Modell davon aus, dass soziale Verbundenheit nicht nur indirekt über Stressreduktion wirkt, sondern einen direkten Einfluss auf die psychische und körperliche Gesundheit hat.
Berkman und Kollegen (2000) entwickelten darüber hinaus das Modell der sozialen Integration, das sowohl objektive als auch psychologische Dimensionen sozialer Beziehungen berücksichtigt. In diesem Modell wird angenommen, dass gesellschaftliche Strukturen wie Kultur und Wirtschaft zwar einen Einfluss auf Gesundheit haben, die individuellen psychologischen Erfahrungen sozialer Beziehungen jedoch einen besonders direkten und bedeutsamen Einfluss darstellen.
Thoits (2011) identifizierte sieben zentrale Mechanismen, über die soziale Beziehungen sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit fördern können. Dazu gehören sozialer Einfluss und sozialer Vergleich, soziale Kontrolle, Selbstwertgefühl, wahrgenommene Kontrolle, Verhaltensorientierung, wahrgenommene soziale Unterstützung sowie Zugehörigkeitsgefühl. Viele dieser Mechanismen stehen im Einklang mit der Pufferhypothese.
Uchino, Bowen, Carlisle und Birmingham (2012) kritisierten jedoch, dass frühere theoretische Modelle zwar psychologische Einflussfaktoren auf Gesundheit beschrieben, aber häufig keine ausreichenden direkten empirischen Belege lieferten. Sie argumentierten, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Unterstützung und körperlicher Gesundheit in vielen Studien unklar geblieben sei, weil die psychologischen Erfahrungen sozialer Beziehungen – insbesondere die wahrgenommene soziale Unterstützung – nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Ein häufiger methodischer Fehler besteht darin, nicht zwischen tatsächlich erhaltener sozialer Unterstützung und der subjektiven Wahrnehmung, Unterstützung zu erhalten, zu unterscheiden. Diese beiden Aspekte können im Rahmen psychologischer Mechanismen unterschiedliche Bedeutungen für die Gesundheit haben.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ein besseres Verständnis der psychologischen Erfahrungen innerhalb sozialer Beziehungen dazu beitragen kann, die Mechanismen zu erklären, über die soziale Beziehungen Gesundheit beeinflussen. Aus diesem Grund bleibt die weitere Erforschung sozialer Beziehungen und ihrer psychologischen Dimensionen eine wichtige Aufgabe zukünftiger Forschung.
